Diskussionsstoff

Juli 16, 2007

Vor einigen Wochen war ich zum Essen bei Bekannten eingeladen. Es war eine lustige Runde mit sehr guten Essen und noch besseren Wein. Im Laufe des Abends wurde dann auch über Wein „philosophiert“ und ich bekannte mich offen zu meinem Hobby Weininvestment. Dem Gastgeber gab ich damit eine willkommene Vorlage und ich mußte mir anhören, dass u.a. so Leute wie ich Schuld daran wären, dass wir heute Abend auf die ganz edlen Tropfen verzichten müßten, da die Preise durch Spekulanten in die Höhe getrieben und einfach nicht mehr zu bezahlen wären. Diese Diskussion kann man regelmäßig auch in einschlägigen Foren verfolgen und daher ist es vielleicht nützlich, wenn ich als  absoluter „Minispekulant“ mal versuche, meine persönliche Meinung zu erläutern:

Zunächst einmal kann ich viele Weinfreunde grundsätzlich verstehen, die argumentieren, dass  die Spekulanten und Investoren die Preise für die blue-chips der Weinwelt in unerschwingliche Höhen treiben und Wein letztendlich doch ein Genussmittel darstellt. Allerdings ist dies in meinen Augen ein zu pauschales Urteil.

Persönlich würde ich auch gerne eine Nobelautomarke fahren und eine Nobeluhrenmarke tragen. Ich kann es mir aber leider nicht leisten und muss auf mich auf dem Markt nach Alternativen umschauen, die zweifelsohne auch vorhanden sind. Und genau diese Konstellation kann man auch auf den Weinmarkt übertragen. Hochwertiger Wein ist heutzutage meiner Meinung nach dreierlei: ein Luxusgenussmittel sowie ein Prestige- und Renditeobjekt. Man kann diese drei Punkte nicht mehr isoliert betrachten, sondern muss sie in diesem Kontext sehen, da dies die maßgebliche Preisbildungsfaktoren sind.  Selbstverständlich wird der Weinmarkt immer noch von Angebot und Nachfrage geprägt.  Aber die Käufer sehen Wein eben nicht nur als reines Genussmittel an, sondern oftmals auch als Statussymbol. Selbst Leute, die sich nicht für Wein interessieren, assozieren mit z.B. mit dem Begriff „Mouton Rothschild“ einen teuren Wein. Und für die potentiell gut betuchten Käufer ist der Preis des Weines völlig uninteressant (weil unerheblich), sie wollen ihn nur besitzen und/oder in Gesellschaft ausschenken lassen. Und hier kommt ein Faktor ins Spiel, der den Spekulanten von diesen Käufern unterscheidet, denn für den Spekulanten ist der Preis durchaus von großer Relevanz. Letzere kaufen eben nicht auf Teufel komm raus, sondern nach eingehender Analyse und auf einem für sie akzeptablen Preisniveau.

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