Wein ist eine flüssige Form von Zeit“ könnte man als Hauptthese des Buches von Mario Scheuermann ansehen.  Beim Lesen habe ich mir zunächst- genau wie Niko Rechenberg in seinem Blog Nikos Weinwelten–  die Frage gestellt, woher Mario Scheuermann die Zeit nimmt, neben seinem umfassenden Alltagsgeschäft ein solches Buch zu schreiben. Ich habe beim Lesen jede einzelne Zeile (selbst der Anmerkungen) genossen. Hier schreibt ein absoluter Profi, der über ein immenses Fachwissen verfügt und den Lesern in seinem Buch vermittelt. Zum Teil ist es „Weinphilosophie“, die mir persönlich einen neuen Zugang zum Wein ermöglicht. Es hätte dabei keinen besseren Titel für das Buch geben können, denn „Wein und Zeit“ bringt den Hauptaspekt auf den Punkt.  Der Leser wird zum Teil auf eine Zeitreise in die Vergangenheit mitgenommen, die einem bewußt macht, was es bedeutet, wenn man einen Wein trinkt, der sich über 100 Jahre und länger entwickeln konnte. Einige Beschreibungen lesen sich dabei wie Weinpoesie. Gleichzeitig geht es in dem Buch um die Zeit, die ein Wein zu seiner Entwicklung benötigt sowie die Zeit, die man für einen kompletten Genuss benötigt. Der potentielle Weininvestor kann dabei  erfahren, welche Faktoren ein Wein aufweisen sollte, um in der Zukunft ein hohes Renditepotential aufzuweisen. In seinem letzten Kapitel geht der Autor auf eine Bewertunsgmethode ein, die sich nicht mehr an einer absoluten Punktzahl, sondern in einzelnen Variablen einer „Formel“ (cpv) orientiert. Sicherlich ein interessanter Ansatz, der sich meiner Meinung nach jedoch nicht problemlos als massentauglich erweisen wird. Denn egal wie man über ein solches Punktesystem denkt, es dient dem Weintrinker zunächst als einfache und international anwendbare Möglichkeit, sich etwas leichter in der riesigen Vielfalt des Angebotes zurechtzufinden. Ganz zu schweigen, von der Bedeutung des Parker Bewertungsschemas für den Investmentbereich. Die CPV- Formel könnte jedoch durchaus seine Berechtigung erfahren, indem man das gängige Punkteschema in einer ersten Phase dazu nutzt, den Markt zu sondieren. In einer zweiten Phase legt man dann zwecks einer genaueren Analyse die CPV- Formel zugrunde.

Abgerundet wird der sehr lesenswerte Inhalt durch ein sehr ansprechendes äußeres Erscheinungsbild. Zum Schluß stellt sich mir daher nur noch eine Frage: Hat Mario Scheuermann eine Methode gefunden, wie man täglich mit einer halben Stunde Schlaf auskommt ? Eine Antwort auf diese Frage suche ich in seinem Buch vergeblich.

Autor: Mario Scheuermann, Titel: Wein und Zeit, Verlag: Hampp Verlag, Preis: 17,90 Euro

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Der Monatsreport der www.liv-ex.com für den Monat Juli ist veröffentlicht worden. Im betrachteten Monat  verzeichnete der Liv-Ex 100 Index einen Anstieg von 1,8 Prozent im Vergleich zm Vormonat. Für das Gesamtjahr kann der Index auf  eine beeindruckende Performance von + 54,8 Prozent verweisen. Bei dem en primeur Handel des Jahrgangs 2006 konnte erwartungsgemäß Mouton Rothschild eine entsprechende Nachfrage verzeichnen. Derzeit liegt die Taxe zwischen 3500 und 4000 GBP. Bei den einzelnen Weinen konnten der 95er La Mission Haut Brion und der 98er Mouton Rothschild im Juli die Spitzenposition einnehmen.  Im Vergleich zum Juni stieg La Mission Haut Brion um 29,9 %, der Mouton Rothschild um 28,4 %.

Zum Schluß gehen die Verfasser auf die zu erwartende weitere Entwicklung des Weinmarktes ein.  Insbesondere die Auswirkungen der Subprime-Krise werden im September von Bedeutung sein. Auch wenn der Weinmarkt nachweislich sehr gering mit den Finanzmärkten korreliert, kann er sich nicht gänzlich  solchen Finanzkrisen entziehen. So wurden auch schon die Bullenmärkte am Weinmarkt in vergangenen Jahren durch große Wirtschaftskrisen beendet. Die Frage wird sein, ob es sich um eine gesunde Korrektur handeln wird oder um einen nachhaltigen Abschwung. Jedoch ist gerade der Weinmarkt insbesondere durch die Nachfrage von sehr finanzkräftigen Privatpersonen geprägt. Deren Anzahl hat in den letzten Jahren weltweit stark zugenommen. Hinzu kommen die neuen Absatzmärkte wie Russland oder Asien. Dies sollten Faktoren sein, die mittelfristig für weiter steigende Preise sprechen.

Für viele Experten besteht ein Zusammenhang zwischen dem Kunst- und dem Weinmarkt. Ohne an dieser Stelle auf die interessante Diskussion eingehen zu wollen, ist mir heute ein Artikel in der Financial Times Deutschland aufgefallen. Die Überschrift lautet „Kreditkrise setzt Kunstaktien zu“ und es geht u.a. um den Kurseinbruch von Kunstaktien (z.B. dem Auktionshaus Sotheby´s) in den letzten Wochen. Die Anleger haben Angst, dass  viele Investoren und Hedgefondmanager ihre Aktivitäten auf dem Kunstmarkt zurückfahren müssen, da sie in den letzten Wochen erhebliche finanzielle Einbußen zu verzeichnen hatten. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Party in diesem Sektor zunächst einmal beendet ist. Wenn man von einer Beziehung zwischen dem Kunst- und dem Weinmarkt ausgeht, kann  die Frage daher nicht weit sein, wie sich die Situation in naher Zukunft am Weinmarkt gestalten wird…… Den kompletten Artikel findet man hier: http://www.ftd.de/boersen_maerkte/geldanlage/:Portfolio%20Kreditkrise%20Kunstaktien/242901.html

Und einen Artikel zu dem Thema Wein- und Kunstmarkt findet man demnächst bei WeInvestment.

In der Finanzwelt gibt es derzeit nur ein Thema: die Subprime- Krise und deren Auswirkung auf die internationalen Märkte. Dabei wurde den Anlegern sehr anschaulich vor Augen geführt, wie verzahnt die Finanzmärkte mittlerweile sind. Eine Hypothekenkrise in den U.S.A. führt zu weltweiten Kursturbulenzen. Selbst wenn man sein Portfolio auf Basis der Asset-Allocation-Theorie aufgebaut hat, wurde es in Mitleidenschaft gezogen. Der Markt für hochwertigen Wein zeigt sich derzeit jedoch  unbeeindruckt von dieser Situation. Zumindest im Augenblick. Erst im September werden die meisten wichtigen Akteure wieder aktiv am Geschehen teilnehmen. Und die Big Player- große Fonds mit einem Volumen weit über 50 Millionen Dollar, räumen ihren Anlegern quartalsweise ein Kündigungsrecht ein. Die Auszahlung erfolgt dann einige Monate später und in dieser Zeit werden dann diverse Bestände verkauft, um den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Keiner kann beurteilen, ob und in welcher Höhe die Fonds Abflüsse zu verzeichnen haben. Aber selbst wenn Kunden ihr Geld abziehen sollten, steht frisches Geld von neuaufgelegten Fonds zur Verfügung sowie das Weihnachtsgeschäft vor der Tür. Diese Faktoren sollten das unter Umständen auf den Markt kommende Angebot  absorbieren, so dass meiner Meinung nach kein lang andauernder Preisrückgang zu befürchten ist. Kurzfristig könnte der Markt aber durchaus unter Druck geraten, was aber eine gesunde Korrektur darstellen würde.

Blogbuch Teil III

August 17, 2007

Nachdem ich nun erste Erfahrungen in der Blogwelt sammeln durfte, ist es an der Zeit, meine Blogroll  kontinuierlich zu erweitern. Das Thema „Wein“ ist sehr umfassend, so dass ich mich nur auf Blogs beschränken werde, die das Thema „Weininvestment“ zum Inhalt haben. Wichtig ist mir dabei, die einzelnen Blogs nicht nur aufzulisten, sondern auch kurz darzustellen, warum ich die Blogs aufgenommen habe. Dies werde ich von nun an regelmäßig im Blogbuch machen.

Den www.winzerblog.de werde ich auf meine Blogroll nehmen, da ich es als Laie in diesem Bereich sehr interessant finde, einen detaillierten und unterhaltsamen Einblick in den Winzeralltag zu bekommmen. Und da es nicht so weit entfernt ist, werde ich dem Weingut Clauer mit Sicherheit in Kürze mal einen Besuch abstatten. Und dem Restaurant natürlich auch. 

 Ich habe mit dem bekannten Weinjournalisten Mario Scheuermann ein Interview zum Thema „Weininvestment“ geführt. Dabei ging es um das Thema allgemein sowie die spezielle Situation in Deutschland. Mario Scheuermann gilt als absoluter Weinexerte und betreibt u.a. die immer wieder lesenswerten weblogs http://bordeaux.blogg.de und http://drinktank.blogg.de .  Dabei denkt er auch immer über den Teller-/Weinglasrand hinaus, wie im Folgenen zu lesen ist:

Wie würden Sie persönlich den Begriff des Weininvestments definieren?

Dafür gibt es keine einheitliche Definition, denn die Möglichkeiten in Wein zu investieren sind vielfältig. Ich kann z.B. ganz einfach Weine kaufen, von denen ich überzeugt bin, dass sie an Wert gewinnen. Dann gibt es verschiedene Fonds-Modelle. Natürlich könnte man auch direkt in ein spezielles Weingut investieren. Und dann gibt es noch die Möglichkeit in grosse Weinunternehmen wie Hawesko oder Pernod-Ricard über die Börse zu investieren. Davon halte ich persönlich am meisten; denn diese Form des Investments ist für den normalen Anleger am leichtesten zu überschauen. Eine österreichische Bank hat dafür eigens ein Zertifikat aufgelegt, dessen Performance recht ordentlich aussieht.

 Was sind die charakteristischen Merkmale des Marktes für hochwertigen Wein?

Geringe verfügbare Menge, limitierte Produktion einerseits und wachsende weltweite Nachfrage andererseits.

 Würden Sie hochwertigen Wein als eigene Anlageklasse ansehen?  

Grundsätzlich: Ja.

Wie schätzen Sie den Markt für das Weininvestment in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Raum aktuell ein?

Skeptisch bzw. eher schlecht. Wenn die wirtschaftliche Entwicklung hierzulande so weiter geht wie im Augenblick, werden die meisten Konsumenten keine guten Aussichten haben, sich künftig jemals einen richtig grossen Wein leisten zu können.

Was sehen Sie als grundlegende Voraussetzung für eine Verbreiterung der Basis in Deutschland an?

Höhere verfügbare Einkommen der normalen Bürger und deutlich niedrigere Steuern. Weniger staatliches Raubrittertum und mehr Freiheit für den Konsum der Bürger. 

Warum hat das klassische Weininvestment ihrer Meinung nach z.B. in England einen viel höheren Stellenwert als in Deutschland? 

Weil es dort eine längere Tradition dafür gibt. Weil es dort wirklich funktionierende Fonds gibt. Weil dort nach wie vor die wichtigsten Händler und Auktionshäuser sitzen. Letztendlich werden in England die Preise gemacht.     

Wie ist Ihre Meinung zu dem Vorwurf, dass Spekulanten und Investoren die Preise für hochwertigen Wein so in die Höhe treiben, dass er für den „normalen“ Weinfreund nicht mehr zu bezahlen ist?
 
Was heißt da Spekulanten? Das ist eine ganze normale marktwirtschaftliche Entwicklung. In vielen Ländern wächst der Mittelstand, während er bei uns schrumpft. Die anderen werden nicht nur reicher, wir werden auch ärmer. „Geiz ist geil“ konnte doch nur entstehen, weil die Menschen weniger verfügbares Netto-Einkommen haben. Den Menschen blieb doch gar nichts anderes übrig. Die Zeit zwischen den 1970er und 1990er Jahren war deshalb hedonistisch, weil  sich viele Menschen diesen Lebensstil leisten konnten. Heute können dies deutlich weniger  Menschen.  

Nachdem der Weinmarkt insbesondere im letzten Jahr auf eine beeindruckende Performance verweisen kann- wie hoch schätzen sie die Gefahr von rückläufigen Preisen ein?

Ich sehe diese Gefahr im Augenblick noch nicht. Nach wie vor gilt: immer mehr Konsumenten wollen und können Topweine kaufen und die Menge dieser Weine wächst nicht annähernd so schnell wie
die Zahl potenzieller neuer Konsumenten und damit die Nachfrage. 

Welchen Rat würden Sie jemanden geben, der sich intensiver mit dem Thema „Weininvestment“ beschäftigen möchte? 

Trinken, Trinken, Trinken

Und darüber hinaus ? 

Lesen! Z.B. Weblogs wie WeInvestment oder meinen Planet Bordeaux. Und natürlich aufmerksam die Auktionsergebnisse studieren. Und auf gar keinen Fall blind das glauben, was in Tageszeitungen, Magazinen und Börsendiensten steht. Die meisten dieser so genannten Empfehlungen beruhen nach meiner Erfahrung auf vollkommener Markt-unkenntnis oder noch schlimmer: sie werden von „Lobbyisten“ geschrieben, weil die Redaktion dann auch noch am Honorar sparen kann. Leider gibt es im deutschsprachigen Raum kaum Analysten für den Weinmarkt wie z.B. einen Arend Heijbroek von der Rabobank in Utrecht. Eine ganz grosse Ausnahme macht da die Neue Zürcher Zeitung. Die lässt solche Artikel u.a. für den Wirtschaftsteil von Philippe Schwander schreiben, der ist nicht nur Master of Wine und Weinhändler mit kolossalem Insider-Wissen, er kann auch schreiben und er gilt in der Branche als absolut integer.    

Unter welchem Zeithorizont sollte man das Weininvestment betreiben?

Das Weininvestment ist grundsätzlich eine langfristige Angelegenheit, da grosse Renditen nur mit grossen Weinen erzielt werden können. Und grosse Weine können nur solche sein, die sehr langsam und lange reifen.Natürlich kann man auch kurz- oder mittelfristig spekulieren. Das sollte man aber wirklich den Profis überlassen; denn das funktioniert nur, wenn man eine sichere Möglichkeit hat die Weine auch zu Marktpreisen zu verkaufen. Also jetzt beispielsweise 1989 Mouton (mit dem Mauerfall-Label von Baselitz) kaufen und auf 2009 und 2014 (20 bzw. 25 Jahre Mauerfall) spekulieren. Da dies nebenbei auch noch ein sehr guter Wein ist, kann das funktionieren.Es gibt nur einige wenige Weine wie Pétrus oder Le Pin, deren Preise sich innerhalb kurzer Zeit (zwei, drei Jahre) vom Primeur-Preis aus gerechnet verdoppeln. Die sind aber schwer zu bekommen. Aber da funktioniert das System: kaufe zwei Kisten, warte bis sich der Preis verdoppelt hat und verkaufe eine davon. In der Regel brauchen grosse Weine aus Bordeaux aber einen Zeithorizont von mindestens acht bis zehn Jahren, besser aber 15 Jahre und mehr um eine Rendite zu bringen, die für Anleger interessant sein könnte. Wenn man auf Nummer sicher gehen will, muss man aber z.B. Magnums oder Doppelmagnums der Premiers plus Pétrus aus einem sehr guten Jahrgang kaufen und 20, 30 Jahre warten. Wer das beispielsweise 1983 mit dem Jahrgang 1982 getan hat, besitzt heute ein kleines Vermögen. Sein Einsatz hat sich seither je nach Château ca. um das 20 bis 60-fache gesteigert. 1983 kosteten die Premiers und Pétrus als 0,75 l Flasche so um
die 100 Mark bei Hawesko. Heute werden diese Weine nicht mehr unter 1000 Euro gehandelt und der Pétrus dürfte bei 3000 Euro und mehr liegen.   
 
        

Jedem, der sich mit dem Thema Weininvestment etwas intensiver beschäftigt, wird früher oder später der Name www.liv-ex.com begegnen. An dieser Stelle möchte ich zunächst einen kurzen Überblick über die Möglichkeiten geben, die die Weinbörse „Liv-Ex“  liefert. In Kürze werden weitere ausführliche Informationen folgen.

Die London International Vintage Exchange (=Liv-Ex) ist eine internetbasierte Handelsplattform für hochwertigen Wein und wurde 1999 von den ehemaligen Aktienhändlern James Miles und Justin Gibbs gegründet. Die Handelsplattform steht professionellen  Weinhandelshäusern und Weinfonds gegen einen jährlichen Beitrag  zur Verfügung. Der Handel sowie die spätere Lieferung/Erfüllung erfolgt dabei nach klar vorgegebenen Regeln, deren Einhaltung von einem gewählten Komitee überwacht wird.  Das Kontrahentenrisiko, was letztendlich bei jedem Kauf bzw. Verkauf immanent besteht, wird durch entsprechende Kredit- bzw. Sicherheitsanforderungen weitgehend ausgeschlossen. Pro Trade bezahlen beide Parteien eine Provision, die maximal 3 Prozentpunkte (im Auktionsmodus) beträgt. Die Handelsoberfläche zeigt viele nützliche Informationen an, unter anderen natürlich das Orderbuch (im fortlaufenden Handel)  mit den besten Kauf-/Verkaufsangeboten.

 Für den privaten Weinsammler ist ein aktiver Handel nicht vorgesehen, was jedoch in Anbetracht der angestrebten Erfüllungssicherheit auch als sinnvoll erscheinen kann. Allerdings bieten sich dem ambitionierten Weinfreund umfangreiche Informations-angebote, die er je nach Wunsch und Portemonnaie nutzen kann. Wer eine nützliche Preisfindungsfunktion sucht, kann diese auf der Seite der Liv-Ex kostenlos nutzen.Der Interessent kann sich darüberhinaus zwischen den Packages „Silver“, „Gold“ und „Platinium“ entscheiden. Die jährlichen Beiträge liegen zwischen 49.95 GBP und 299.99 GBP.  Das Informationsangebot läßt das Börsenherz höher schlagen: Historische Preise, Chartanalyse, Watchlisten, etc.. Zudem erscheinen monatlich ein oder mehrere Market Newsletter (abhängig vom gewählten Package), die das aktuelle Tradinggeschehen zusammenfassen und interessante News und Analysen beinhalten.

Nicht zu vergessen ist der eingeführte Liv-Ex 100 Index, der als  „die“ Benchmark für die Anlageklasse Wein angesehen wird. Er besteht zum großen Teil aus Bordeaux- Weinen und wird nach fest vorgegebenen Kriterien zusammengesetzt und berechnet. Mittlerweile findet er regelmäßig Erwähnung in einschlägigen Artikeln über das Thema „Weininvestment“ und konnte insbesondere in den letzen zwei Jahren eine beeindruckende Performance aufweisen.

 Weitere News über die www.liv.ex.com gibt es demnächst in diesem Blog.

Blogbuch Teil II

August 6, 2007

Es ist mal wieder an der Zeit, eine kleinen Rückblick auf die vergangenen Tage im Bloguniversum zu werfen. Mit der Akzeptanz des Blogs bin ich mehr als zufrieden und es bestärkt mich natürlich in meiner Absicht, den Blog weiterzuführen und auszubauen. Durch den Artikel „Renditeturbo aus Rheinland-Pfalz ?!?!“ habe ich ansatzweise mitbekommen, wie sich eine Story im Blogbereich weiterverbreitet, was ich als Neuling natürlich aufmerksam verfolgt habe. Ich glaube, dass die Mitteilungsform des Blogs von vielen Leuten- auch im Marketing- absolut unterschätzt wird.

Mein Ziel für die nahe Zukunft ist es, das Thema „Weininvestment“ noch umfangreicher darzustellen und zunehmend aktuelle News zu liefern.  Einige Ideen habe ich dazu schon, nun werde ich an der Umsetzung feilen.

Recht negativ ist mir aufgefallen, wie einige Leute und speziell Unternehmen auf Anfragen per email  reagieren. Nämlich zum großen Teil gar nicht. Dabei nehme ich ausdrücklich die „Blogger“ aus, die sich der Bedeutung eines Netzwerkes anscheinend bedeutend bewußter sind. Natürlich kann es auch damit zusammenhängen, dass viele emails in der täglichen Spamflut untergehen. Für mich ist es grundsätzlich eine Selbstverständlichkeit, auf seriöse Anfragen zu antworten. Aber vielleicht waren meine emails bislang auch nur zur falschen Zeit am falschen Ort……

Die derzeitige Lage an den Aktienmärkten ist von großer Volatilität geprägt. Die Immobilienkrise in den U.S.A. wirkt sich auf die internationalen Finanzmärkte aus, die Unsicherheit bei den Anlegern wird zunehmend größer. In dieser Phase kann sich der Markt für hochwertigen Wein nun beweisen und es wird interessant sein,  zu beobachten, wie der Weinmarkt auf die Vorgaben in den letzten Tagen reagiert. Grundsätzlich zeichnet sich der Weinmarkt durch eine geringe Korrelation zu anderen Finanzmärkten aus und die Nachfrage von sehr zahlungskräftigen Kunden und Weinfonds  nach „fine wine“ scheint ungebrochen. Auf der anderen Seite kann der Weinmarkt auf eine beeindruckende Performance im letzten Jahr zurückblicken, so dass einsetzende Gewinnmitnahmen nicht als unwahrscheinlich erscheinen. Sollte sich die Immobilienkrise in den U.S.A. nachhaltig auf die Wirtschaft auswirken, könnte dem Weinmarkt eine Bewährungsprobe bevorstehen.  Sollte die Krise nur von kurzfristiger Natur sein, wird dies mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Auswirkungen mit sich ziehen. Es könnte lohnenswert sein, sich die Entwicklung in der Zukunft einmal genauer anzuschauen. WeInvestment wird dies auf jeden Fall im Blick haben…..

Renditeturbo Update II

August 4, 2007

Durch die Recherchen des Drink Tanks sind weitere Neuigkeiten über den Weinfonds „Zum Wohle 2006“  ans Tageslicht gekommen. Es ist lohnenswert, sich einmal die einzelnen Beiträge auf  http://drinktank.blogg.de durchzulesen. Zudem hat die „Wine Capital GmbH“ auf ihrer Homepage zu einigen Punkten ansatzweise Stellung bezogen. Allerdings finde ich persönlich, dass diese Stellungnahme eher weitere Fragen aufwirft, als Antworten liefert:

1) Gerade als Neuling in der Weinfondsbranche sollte man doch darauf bedacht sein, dass Vertrauen der Anleger zu gewinnen.  Dies umso mehr, wenn man ein Fondsprodukt anbietet, was zum einen nur in Weine aus Rheinland-Pfalz investiert und gleichzeitig eine Rendite zwischen 50- 80 Prozent verspricht. Eine gesunde Skepsis beim Anleger wird dabei eigentlich automatisch auf den Plan gerufen. Dieser könnte man von der Fondseite entgegenwirken, indem man eine gewisse Transparenz in wichtigen Punkten an den Tag legt.  Wenn ich mir die Erklärung von Valentin Brodbecker durchlese, dann sehe ich ganz klar, dass gerade diese Transparenz in keiner Weise gegeben ist. Die Kritik wird dadurch sicherlich nicht leiser. Es würde aber jetzt doch für die Fondsbetreiber die Chance bestehen, diese Transparenz an den Tag zu legen und den Kritikern damit teilweise den Wind aus den Segeln zu nehmen. Warum geschieht das nicht ?

2) Es geht bei der Diskussion in keiner Weise um die Qualität des deutschen Weines, in diesem speziellen Falle den Weinen aus Rheinland- Pfalz. Keiner stellt die hohe Qualität des deutschen Weines auch nur ansatzweise in Frage. Es geht einzig und allein um das Renditepotential sowie das angestrebte Renditeziel von 50- 80 Prozent, welches der Fonds in Aussicht stellt. Ob man dieses mit deutschen Weinen erzielen kann, darf ernsthaft bezweifelt werden. Die Gründe hierfür kann man u.a. im Artikel „Renditeturbo aus Rhenland- Pfalz“ nachlesen. Wenn das Ziel des Fonds jedoch darin besteht, den rheinland-pfälzischen Wein bekannter zu machen, sollte man sich dann nicht vielleicht andere Marketingmassnahmen überlegen ?

3) In der Stellungnahme der „wine capital selection GmbH“ wird auf die Gebührenstruktur eines anderen Weinfonds hingewiesen. Sicherlich sind diese Gebühren nicht unerheblich. Aber bei der Auflistung sehe ich als Anleger u.a. genau, welche Summe des Ursprungbetrages investiert wird,  welche Kosten beim späteren Verkauf anfallen und wie die Investitionsrechnung letztendlich aussieht. Diese Punkte muss ich mir bei dem Fonds der „wine capital selection GmbH“ zunächst einzeln raussuchen. Setze ich die Mosaiksteinchen dann zusammen, was bleibt dann von der versprochenen plakativen Rendite übrig, selbst wenn sie eintritt…….?