Die erweiterte Suchfunktion der Liv-Ex bietet dem User zahlreiche Möglichkeiten und läßt eigentlich keine Wünsche offen. Neben der Standarsuche gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, sich nur Weine anzeigen zu lassen, die von diversen Kritikern/ Publikationen  (u.a. Wine Advocate, Wine Spectator) in einer vom User festgelegten Range bewertet wurden. Dadurch ergeben sich in Verbindung mit ausgewählten Jahrgängen und/oder  Weinen sehr interessante Filterfunktionen.  Grundsätzlich sieht man, dass ein großer Pluspunkt der Liv-Ex zweifellos das umfangreiche und abrufbare  Datenmaterial ist, was dann zu weiteren Analysezwecken (z.B. relative Performance) verwendet werden kann.

Den letzten Monat im Jahr 2007 konnte der Liv-Ex 100 Index mit einem Plus von 0.8 Prozent gegenüber dem Vormonat abschließen.  Somit konnte der Index im zurückliegenden Jahr eine beachtliche Wertsteigerung von 40.1 Prozent verzeichnen. Zu den Top- Gewinnern im Dezember zählte u.a.  der 1998´er Pichon Lalande (+26.39 Prozent) und der 2004´er und 1995´er Angelus (+ 21.01 bzw. + 15.26 Prozent). Bemerkenswert ist dabei, dass der 98´er Pichon Lalande „nur“ mit 88 Parker-Punkten bewertet wurde.  Auf diese Entwicklung wird im weiteren Verlauf des Monatsberichtes näher eingegangen und -wie ich finde- gut analysiert. Zum einen stellen die Verfasser einen leicht sinkenden Einfluss von Robert Parker fest. Insbesondere in Hong Kong, Malaysia und Singapure werden „Marken“/ Namen und nicht „Punkte“ gekauft. Das beste Beispiel hierfür im vergangenen Jahr ist sicherlich Carruades Lafite.

Zum anderen suchen Weinhändler und Konsumenten nach Weinen, die sich preislich auf einem akzeptablen Niveau bewegen und einen „Namen“ haben, nachdem die Ersten Gewächse von der Nachfrage der Weinfonds und Superreichen dominiert werden.  Für das Jahr 2008 wird daher der Ausblick gegeben, dass die Kombination „Brand Name“/ Preis dominierend sein und somit auch qualitativ weniger gute Jahrgänge in den Focus der Weinhändler/ Konsumenten gelangen können.

Renditeturbo Wein

Januar 9, 2008

Herr Scheuermann hat mich auf einen sehr interessanten Artikel in der Washington Post aufmerksam gemacht. Hier kann man einmal mehr lesen, wie rentabel sich die „Anlageklasse Wein“ entwickeln kann  und wie sich der Markt durch das Internet zunehmend internationalisiert und organisiert. Wobei das Beispiel eines Anwalts aus Kalifornien, der im November 10 Flaschen eines seltenen Burgunder für knapp über 3500$ gekauft und zwei Wochen später für 10000$ verkauft hat, schon Assoziationen zur New-Economy Blase hervorrufen können und daher im Bericht auch auf die Risiken des Weininvestments hingewiesen wird.

Ausblick 2008

Januar 7, 2008

Über den Umweg des Planet Bordeaux bin ich auf die Seite des bekannten Schweizer Weinexperten René Gabriel aufmerksam geworden, der auf seinen Seiten einen persönlichen Ausblick auf das Weininvestment- Jahr 2008 gibt.

Die grössten Wertsteigerungen sind auf den Jahrgängen 1989, 1995, 1996 (nur Médoc) und 1998 zu erwarten. Die neuen Jahrgänge, die viel teurer lanciert wurden festigen sich und ziehen ebenfalls nochmals an. Aber prozentual nicht so viel wie die erstgenannten, die im direkten Vergleich folgende zwei Vorteile haben: a.) bald reif und b.) günstiger als 2000, 2003, 2005! Im Schlepptau werden auch die Super-Seconds und alle anderen bekannten Etiketten nachziehen und sich auf dem Niveau Premier-Grand-Cru-früher etablieren. Die Verfügbarkeiten aller Premiumweine sinken weiter für den europäischen Weinliebhaber. Grund: Die erklärbare geografische Nachfrage der neuen Märkte, der Spekulanten, neuer, seriöser Sammler und einer völlig neuen Spezies: die «Villa-Wein-Exhibitionisten». Das sind jene bei denen der Bau des wunderschönen, neuen Weinkellers gleich viel kostet wie dessen Inhalt

Eine nachvollziehbare Einschätzung, die ich als Anlass nehmen werde, bei der Liv-Ex eine Funktion auszuprobieren, die sich „Fantasy Cellar“ nennt. Man könnte dies mit einem fiktiven Aktiendepot vergleichen. Zu diesem Zweck werde ich demnächst einige Weine aus den Jahrgängen 1989, 1995, 1996, 1998 auswählen und sie mir in meinen „Fantasie-Keller“  packen. Dort kann man dann die Performance und weitere Kennzahlen regelmäßig verfolgen. Über die Auswahl der Weine sowie deren weitere Entwicklung werde ich hier im Blog berichten.

Ich habe mich bei der Weinbörse Liv-Ex als „Collector“ angemeldet und werde  in den nächsten Tagen hier über meine Erfahrungen berichten. Ich werde mich dabei auf die Features focussieren, die man nur als zahlendes Mitglied nutzen kann.

Die Anmeldung klappt absolut problemlos. Man kann aus drei Collector-Packages auswählen, macht dann einige Angaben zur Person und entscheidet sich dann, wie man bezahlen möchte. Meine Wahl fiel auf das umfassende Platinum-Angebot. Da ich mit Kreditkarte bezahlt habe,  konnte ich direkt anschließend das System nutzen.

Da am Wochenende kein Handel stattfindet, beschäftige ich mich zunächst mit dem Menu „Analyse“ und dort mit dem Punkt „Relative Prices“.  Hier kann man auswählen, wie sich diverse Weine oder Indizes im relativen Vergleich zueinander entwickelt haben. Das Ergebnis wird dann in Form einer Tabelle und/oder eines Charts dargestellt. Wählt man zum Beispiel den Vergleich Mouton gegen Lafite Rothschild, kann man zunächst noch die Jahrgänge (in meinem Fall 1982), das Format (12×0.75cl,) und den Zeitraum (5 Jahre) auswählen. Möchte man auf die Daten von einem längeren Zeitraum als 5 Jahre zurückgreifen, so kann man den gewünschten Zeitrahmen selbst eingeben. Meines Wissens nach  wird dann auf Zahlenmaterial von Auktionen zurückgegriffen.

Selbstverständlich kann man sich auch alle Preise in unterschiedlichen Währungen anzeigen lassen.

Hat man dann alle Einstellungen vorgenommen, wird einem das Ergebnis in der gewünschten Form präsentiert. Die Tabelle enthält für jeden Monat die besten- von der Liv-Ex- ermittelten Listenpreise. Zu letzteren noch einige Erklärungen: Um die Darstellung von kontinuierlichen Kursen zu gewährleisten und es passieren kann, dass in einzelnen Weinen über Monate keine offiziellen Liv-Ex Preise festgestellt werden, wertet die Liv-Ex täglich offizielle Verkaufslisten von ihren registrierten Weinhändlern aus. Die niedrigsten Preise werden dann als „Best List“ Preis bzw. Referenzwert genommen. Im konkreten Vergleich Mouton-Lafite erhalte ich also für jeden Monat einen Preis, obwohl unter Umständen kein Handel an der Börse stattgefunden hat. Stattdessen wird der niedrigste Verkaufspreis angegeben, der in dem jeweiligen Monat ermittelt wurde. Insbesondere zu Analyszwecken eine sinnvolle Handhabung. Aus den jeweiligen Monatspreisen wird dann noch das Ratio (Wein1 dividiert durch Wein 2) errechnet und in der letzten Spalte angegeben. In meinen Augen eine sehr nützliche Kennzahl, die es einem problemlos ermöglicht, die Entwicklung über den gewählten Zeitraum nachzuvollziehen.  Dieses Ratio kann man sich zudem in Form eines Charts anzeigen lassen.

Im von mir gewählten Beispiel kann man dadurch eindeutig die sehr unterschiedliche Entwicklung der beiden Weine in den letzen fünf Jahren erkennen.  Das Ratio betrug im High 1.11 und im Low 0.48, was (vorläufig) im aktuellen Monat markiert wurde.

Beachten sollte man jedoch grundsätzlich, dass die angegebenen Listenpreise nicht eins zu eins auf den deutschen Markt übertragbar sind, da an der Liv-Ex die Weine „in bond“ gehandelt werden. Solange die Weine „in bond“ verkauft und gelagert werden, fallen keine Steuern an. Die Tendenz wird jedoch oftmals identisch sein.

Ein weiterer Punkt im Menu „Analyse“, der nur Mitgliedern zur Verfügung steht, ist das Archiv mit allen Monatsreports, die seit Januar 2003 veröffentlicht wurden.

Festzuhalten bleibt damit, dass insbesondere die „Relative Prices“ Option eine nützliche Funktion darstellt um zu erkennen, welche Weine unter Umständen ein Nachholpotential aufweisen.

Bestandsaufnahme

Januar 4, 2008

Nachdem ich bereits geschrieben habe, dass ich meinen Blog etwas „bewerben“ möchte, werde ich nun die ersten Schritten in die Wege leiten. Schritt 1- Bestandsaufnahme:  Ich bin nun knapp ein halbes Jahr in der Blogszene aktiv und bin mit der Akzeptanz zufrieden. Den Blog betreibe ich als Hobby, weil mir das Thema persönlich enorm Spaß bereitet. Dabei würde ich mir oftmals wünschen, noch etwas mehr Zeit investieren zu können. Mein Ziel bleibt es, das Thema „Weininvestment“ mit seinen Vor- und Nachteilen einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. International entwickelt sich der Markt für das Weininvestment zunehmend, während er in Deutschland noch in den absoluten Kinderschuhen steckt. Dies hat aus meiner Sicht diverse Gründe, die ich jedoch- auch aus aktuellen Anlass- an separater Stelle erörtern werde.

Aber zurück zur Bestandsaufnahme: Fakt ist, dass der Blog ein Thema behandelt, was in der deutschen Weinszene kontrovers diskutiert und in der deutschen Finanzszene belächelt wird, während es in Großbritannien als Normalität bzw. Wein als eigene Anlageklasse angesehen wird. „WeInvestment“ wurde bislang in keiner Weise beworben, sondern die Leser kamen insbesondere durch Erwähnung/ Zitate/ Links in anderen Blogs auf meine Seite. Die Ergebnisse bei den führenden Suchmaschinen sind absolut zufriedenstellend, die Verlinkung ist es definitiv nicht. Beruhend auf dieser Bestandsaufnahme werde ich nun versuchen, den Blog publiker zu machen. Da ich kein Marketingfachmann bin, werde ich mich in den nächsten Tagen bezüglich des Onlinemarketings im Internet „einlesen“ und die Ratschläge eines erfahrenen „Blogveteranen“ beherzigen. Zudem ist eine spezielle Offlineaktion geplant, über die ich zu gegebenen Zeitpunkt in diesem Blog ausführlich berichten werde. Eines kann ich aber schon verraten: Nein, ich werde nicht als Flitzer mit dem Schriftzug „WeInvestment“ über das Spielfeld des Westfalenstadions (wird es für mich auf ewig bleiben) laufen !!!

Vorsätze für 2008

Januar 3, 2008

Für das neue Jahr habe ich u.a. einige neue Vorsätze in Bezug auf meinen Blog gefaßt. Neben regelmäßigen Berichten werde ich aktiv versuchen, meinen Blog einem breiterem Publikum bekannt zu machen. Dafür habe ich einige Ideen, die für einen Blog zum Teil sicherlich auch Neuland darstellen. Sehr gute Anregungen habe ich zudem im Internet gefunden. Für das „Marketing“ habe ich ein kleines Budget eingeplant. Unter der Kategorie „Blogmarketing“ werde ich berichten, was für Schritte ich unternommen habe, was es gekostet hat und welche Reaktion/ Wirkung ich verzeichnen konnte.