Liv-Ex Erfahrungsbericht Teil 1

Januar 5, 2008

Ich habe mich bei der Weinbörse Liv-Ex als „Collector“ angemeldet und werde  in den nächsten Tagen hier über meine Erfahrungen berichten. Ich werde mich dabei auf die Features focussieren, die man nur als zahlendes Mitglied nutzen kann.

Die Anmeldung klappt absolut problemlos. Man kann aus drei Collector-Packages auswählen, macht dann einige Angaben zur Person und entscheidet sich dann, wie man bezahlen möchte. Meine Wahl fiel auf das umfassende Platinum-Angebot. Da ich mit Kreditkarte bezahlt habe,  konnte ich direkt anschließend das System nutzen.

Da am Wochenende kein Handel stattfindet, beschäftige ich mich zunächst mit dem Menu „Analyse“ und dort mit dem Punkt „Relative Prices“.  Hier kann man auswählen, wie sich diverse Weine oder Indizes im relativen Vergleich zueinander entwickelt haben. Das Ergebnis wird dann in Form einer Tabelle und/oder eines Charts dargestellt. Wählt man zum Beispiel den Vergleich Mouton gegen Lafite Rothschild, kann man zunächst noch die Jahrgänge (in meinem Fall 1982), das Format (12×0.75cl,) und den Zeitraum (5 Jahre) auswählen. Möchte man auf die Daten von einem längeren Zeitraum als 5 Jahre zurückgreifen, so kann man den gewünschten Zeitrahmen selbst eingeben. Meines Wissens nach  wird dann auf Zahlenmaterial von Auktionen zurückgegriffen.

Selbstverständlich kann man sich auch alle Preise in unterschiedlichen Währungen anzeigen lassen.

Hat man dann alle Einstellungen vorgenommen, wird einem das Ergebnis in der gewünschten Form präsentiert. Die Tabelle enthält für jeden Monat die besten- von der Liv-Ex- ermittelten Listenpreise. Zu letzteren noch einige Erklärungen: Um die Darstellung von kontinuierlichen Kursen zu gewährleisten und es passieren kann, dass in einzelnen Weinen über Monate keine offiziellen Liv-Ex Preise festgestellt werden, wertet die Liv-Ex täglich offizielle Verkaufslisten von ihren registrierten Weinhändlern aus. Die niedrigsten Preise werden dann als „Best List“ Preis bzw. Referenzwert genommen. Im konkreten Vergleich Mouton-Lafite erhalte ich also für jeden Monat einen Preis, obwohl unter Umständen kein Handel an der Börse stattgefunden hat. Stattdessen wird der niedrigste Verkaufspreis angegeben, der in dem jeweiligen Monat ermittelt wurde. Insbesondere zu Analyszwecken eine sinnvolle Handhabung. Aus den jeweiligen Monatspreisen wird dann noch das Ratio (Wein1 dividiert durch Wein 2) errechnet und in der letzten Spalte angegeben. In meinen Augen eine sehr nützliche Kennzahl, die es einem problemlos ermöglicht, die Entwicklung über den gewählten Zeitraum nachzuvollziehen.  Dieses Ratio kann man sich zudem in Form eines Charts anzeigen lassen.

Im von mir gewählten Beispiel kann man dadurch eindeutig die sehr unterschiedliche Entwicklung der beiden Weine in den letzen fünf Jahren erkennen.  Das Ratio betrug im High 1.11 und im Low 0.48, was (vorläufig) im aktuellen Monat markiert wurde.

Beachten sollte man jedoch grundsätzlich, dass die angegebenen Listenpreise nicht eins zu eins auf den deutschen Markt übertragbar sind, da an der Liv-Ex die Weine „in bond“ gehandelt werden. Solange die Weine „in bond“ verkauft und gelagert werden, fallen keine Steuern an. Die Tendenz wird jedoch oftmals identisch sein.

Ein weiterer Punkt im Menu „Analyse“, der nur Mitgliedern zur Verfügung steht, ist das Archiv mit allen Monatsreports, die seit Januar 2003 veröffentlicht wurden.

Festzuhalten bleibt damit, dass insbesondere die „Relative Prices“ Option eine nützliche Funktion darstellt um zu erkennen, welche Weine unter Umständen ein Nachholpotential aufweisen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s