Der Liv-Ex 100 beendete den Mai mit einem kleinen Plus von 0.3 Prozent (258 Punkte) zum Vormonat. Der Handel war insbesondere durch den Weinkritiker Robert Parker geprägt, der seinen In-Bottle-Report für den Jahrgang 2005 veröffentlichte.  Unter den Top-Movern konnte man daher zwei Weine aus diesem Jahrgang finden: Vieux Chateau Certan wurde von Robert Parker auf 95 Punkte hochgestuft und konnte einen Wertzuwachs von 36.4 Prozent verzeichnen. Ausone profitierte von der magischen 100-Punkte Bewertung und dies führte zu einem Plus von 20.9 Prozent gegenüber dem April. Allerdings konnte man in der Breite eher Gewinnmitnahmen in diesem Jahrgang verzeichnen, da viele Händler im Vorfeld bei diversen Weinen auf ein besseres Re-Rating spekuliert hatten.

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Eine neue Alternative um in den Liv-Ex 100 zu investieren, bietet ODL Markets in Form des in England sehr verbreiteten Spread-Betting an. Auf Quartalsbasis kann man nun auf einen steigenden oder sinkenden Indexstand wetten. Anleger können damit ihr bestehendes Weinportfolio gegen fallende Preise absichern oder in den Bereich hochwertigen Wein investieren, ohne die einzelnen Weinflaschen effektiv zu erwerben oder „Stockpicking“ betreiben zu müssen. Jeder, der ernsthaft mit dem Gedanken spielt, diese neue Möglichkeit zu nutzen, sollte sich umfassend mit der Funktionsweise des Spread-Betting beschäftigen, da es eine spezielle (risikobehaftete) Wettform darstellt, die mit dem Future-Handel im Derivatebereich zu vergleichen ist. Zudem bleibt abzuwarten, wie sich die Liquidität in dem Bereich entwickelt und ob ein kontinuierlicher Handel gewährleistet ist.  Ein ähnlicher Versuch von einem anderen Anbieter wurde vor einiger Zeit erfolglos eingestellt. 

Der April an der Liv-Ex war durch ein sehr hohes Handelesvolumen geprägt. Viele Marktteilnehmer bauten im Vorfeld des mit Spannung erwarteten In-Bottle-Reports von Robert Parker entsprechende Positionen auf. Im Bordeaux-Segment konzentrierte sich der Handel daher auf die Jahrgänge 2005 (in Erwartung des In-Bottle-Reports) und 1996 (attraktive Bewertung in Relation zu Vergleichsjahrgängen). Der Liv- Ex 100 beendete den Monat mit einem Plus von 1.5% und damit einem neuen Rekordhoch. Die größten Gewinne konnten einige Weine aus dem 2005´er Jahrgang verzeichen. Zum Beispiel Troplong Mondot +20.1% oder Leoville Barton +13.1%.

Im April hat die Liv-Ex zudem eine interessante Befragung unter ihren Handelsteilnehmern durchgeführt. Thema dabei war die Einschätzung des Jahrgangs 2007 nach der ersten Verkostung in Bordeaux. Der Jahrgang wird von den Marktteilnehmer sehr kritisch eingeschätzt. Positiv hervorgehoben wurden Ausone, Mouton Rothschild und Leoville Barton, negativ überrascht zeigte man sich u.a. von Lafite Rothschild. Insgesamt ergab sich bei der Befragung für den Jahrgang ein bescheidener Durchschnitt von 88 Punkten. Diese Einschätzung wird durch die erste Bewertung von Robert Parker untermauert.

Weitere Informationen folgen in Kürze.

Preisexplosionen

Mai 1, 2008

Am letzten Handelstag im April und einen Tag vor den erwarteten Ratings von Robert Parker kam es noch zu einigen bemerkenswerten Preisbewegungen an der Liv- Ex.  Exemplarisch hierfür: Latour 2005, 6×0,75 cl, 4950 GBP, + 80% und  Cheval Blanc 2005, 6×0,75 cl, 3900 GBP, + 90,2%. Nicht im Zusammenhang mit dem 2005´er Jahrgang, aber trotzdem beeindruckend: Lafite Rothschild 1982, 12×0,75 cl, +88,7%. Im letzten Fall ist dabei auffällig, dass das Ratio zum Mouton Rothschild 1982 seit März 05 zunehmend auseinanderläuft. Waren beide Weine im Frühjahr 2005 noch auf einem Niveau (4200 GBP) und das Ratio damit bei 0, beträgt letzteres zwischen beiden Weinen nun 2,12 (Lafite 19500/ Mouton 9200 GBP).

Der Liv-Ex 100 trotzt weiterhin der Finanzkrise und konnte im März sogar ein neues All-Time-High verzeichnen. Den letzten Monat konnte der Index mit einem beachtlichen Plus von 2.8 Prozent beenden. Einmal mehr ein Beweis, dass der Markt für hochwertige Weine eine ernsthafte Portfoliodiversifikation darstellt. Reger Handel fand – aus unterschiedlichen Motivgründen- in den Jahrgängen 1996 und 2004 statt. Die Premier Crus des Jahrgangs 1996 wurden insbesondere aus Investmentgründen gekauft, im 2004´er Jahrgang sehen die Käufer einen fair gepreisten soliden Wein, der seine Trinkreife relativ früh erreichen könnte. Die Reihe der Monatsgewinnern wird wieder mit Weinen aus dem Jahrgang 2005 angeführt. Unter anderem Mission Haut Brion 2005 (+34.1%), Mouton Rothschild 2005 (+26,4%) und Margaux 2005 (+22.7%).

Eine weitere positive Entwicklung konnte die Liv-Ex im Champagner-Markt verzeichnen, der ebenfalls zunehmend von Anlegern sowie Kunden aus China und Russland entdeckt wird. Diverse Jahrgänge von Dom Perignon, Krug und Louis Roederer Cristal konnten auf Jahressicht ordentliche prozentuale Zuwächse verzeichnen.  Exemplarisch auf Jahressicht (März 07-März 08):  Louis Roederer Cristal 1982 +113.3%, Krug 1985 + 71.1%, Dom Perignon 1982 + 41.6%.  Einen etwas negativen Beigeschmack könnte das Champagner- Investment durch die nun beschlossene Erweiterung des Champagner- Anbaugebietes bekommen, wodurch das Angebot in einigen Jahren zunehmen wird. Wie sich diese Entwicklung auf den Investmentbereich auswirken wird, bleibt jedoch abzuwarten.

 

Den Monat Februar beendete der Liv-Ex 1oo bei hohen Umsätzen mit einem Plus von 2.6 Prozent zum Vormonat und somit mit 246.8 Punkten, womit der Index nur noch einen Punkt von seinem Allzeithoch entfernt ist.

Ein Großteil der Umsätze spielte sich dabei in den Bordeaux- Jahrgängen 1996- 2000 ab. Das vorhandene Angebot in den Premier Crus stieß dabei auf großes Interesse sowohl auf  der Investoren- als auch auf der Händlerseite. Die Monatsgewinner (u.a. Latour 2005, Las Cases 2005, Haut- Brion)  kamen hingegen insbesondere aus der Riege des 2005´er Jahrgangs, der durch das Re-Rating des Wine-Spectator im Mittelpunkt stand.  Unter den Monatsverlierern (u.a. Ausone 1998, Lafite 1990) waren insbesondere solche Weine zu finden, die zuvor große Gewinne zu verzeichnen hatten, welche nun von den Anlegern mitgenommen wurden.

Eine interessante Analyse rundet den Monatsbericht der Liv-Ex ab. In dieser wird ein Basket aus 10 Weinen des 2005- Jahrganges mit den Investmentjahrgängen 1996, 2000 und 2003 verglichen. Dabei wird offensichtlich, dass der 2005´er Jahrgang nach der Einführung auf der Handelsplattform zunächst wenig Beachtung bei den Anlegern und Händlern fand. Diese konzentrierten sich stattdessen auf die im Vergleich günstigeren Weine der Jahrgänge 1996 und 2000. Die letzten 6 Monate wurden dagegen von einer Aufholjagd des  2005´er Jahrgang bestimmt, der alleine in dieser Zeit ein Plus von 12% verzeichnen konnte, nachdem er in der Zeit zuvor preislich eher „rumdümpelte“.

Somit dürfte bereits einiges an Potential des mit Spannung erwarteten Parker Re-Ratings erschöpft bzw. vorweggenommen sein- zumindest für die Spitzengewächse. Spielraum kann es im Soge einer hohen Punktzahl noch für Weine aus der zweiten oder dritten Reihe geben. Zudem könnte durch den starken Preismove des 2005´er Jahrganges der 2003´er an Attraktivität gewinnen, da er als vergleichsweise günstig anzusehen ist.

Im Januar konnte der Liv- Ex 1oo ein kleines Plus von 0.4 Prozent verzeichnen. Das größte Volumen konnte dabei in den jungen Bordeaux-Jahrgängen (2006,2005,2004)verzeichnet werden und hier speziell bei „relativ günstigen“ Weinen von namhaften bzw. derzeit angesagten Chateaux (u.a. Pichon Lalande, Ducru Beaucaillou, Pontet Canet). Hier setzt sich ein Trend aus dem vergangenen Jahr fort: Zunehmende Focussierung auf den „Brandname“, während Kritikerbewertungen weniger Beachtung geschenkt wird. Wenn Weine einen „Namen“ haben werden sie gekauft, auch wenn einzelne Jahrgänge dabei schwächer ausfallen. Entscheidend für die neuen Käufer ist das was auf der Flasche steht und nicht, was sich darin befindet. Diese Entwicklung zeichnete sich bereits im letzten Jahr ab und scheint sich dieses Jahr fortzusetzen- sicherlich in diversen Hinsichten nicht ganz unbedenklich.

Bei den ersten Gewächsen spielte sich das meiste Geschehen beim 2005´er Jahrgang ab, da hierzu in Kürze neue Bewertungen vom Wine Spectator und Robert Parker erwartet werden.

Carruades de Lafite ist mit einem Plus von 27.9 Prozent einmal mehr unter den Topperformern des Monats zu finden. Die Nachfrage aus China scheint kein Ende zu finden……..  In der Gewinnerliste sind mit dem Krug 1985 (+ 20.6 Prozent) und dem Dom Perignon 1990 (+9.1 Prozent) auch zwei Champagner zu finden. Letzterer scheint zunehmend auch von Investoren entdeckt zu werden und konnte im abgelaufenen Monat immerhin einen Anteil von 0.9 Prozent am Gesamtvolumen verzeichnen, was für einen Januar – nach dem traditionell sehr starken Weihnachtsgeschäft- nicht schlecht ist.

Im Januar erfolgte eine Anpassung des Liv- Ex 100. In erster Linie betraf dies die Weine des Jahrganges 1982, die ihrem Alter Tribut zollen mußten und aus dem Index genommen wurden. Die Kriterien der Liv- Ex besagen, dass im Index kein Wein enthalten sein darf, der älter als 25 Jahre ist. 

Die erweiterte Suchfunktion der Liv-Ex bietet dem User zahlreiche Möglichkeiten und läßt eigentlich keine Wünsche offen. Neben der Standarsuche gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, sich nur Weine anzeigen zu lassen, die von diversen Kritikern/ Publikationen  (u.a. Wine Advocate, Wine Spectator) in einer vom User festgelegten Range bewertet wurden. Dadurch ergeben sich in Verbindung mit ausgewählten Jahrgängen und/oder  Weinen sehr interessante Filterfunktionen.  Grundsätzlich sieht man, dass ein großer Pluspunkt der Liv-Ex zweifellos das umfangreiche und abrufbare  Datenmaterial ist, was dann zu weiteren Analysezwecken (z.B. relative Performance) verwendet werden kann.

Den letzten Monat im Jahr 2007 konnte der Liv-Ex 100 Index mit einem Plus von 0.8 Prozent gegenüber dem Vormonat abschließen.  Somit konnte der Index im zurückliegenden Jahr eine beachtliche Wertsteigerung von 40.1 Prozent verzeichnen. Zu den Top- Gewinnern im Dezember zählte u.a.  der 1998´er Pichon Lalande (+26.39 Prozent) und der 2004´er und 1995´er Angelus (+ 21.01 bzw. + 15.26 Prozent). Bemerkenswert ist dabei, dass der 98´er Pichon Lalande „nur“ mit 88 Parker-Punkten bewertet wurde.  Auf diese Entwicklung wird im weiteren Verlauf des Monatsberichtes näher eingegangen und -wie ich finde- gut analysiert. Zum einen stellen die Verfasser einen leicht sinkenden Einfluss von Robert Parker fest. Insbesondere in Hong Kong, Malaysia und Singapure werden „Marken“/ Namen und nicht „Punkte“ gekauft. Das beste Beispiel hierfür im vergangenen Jahr ist sicherlich Carruades Lafite.

Zum anderen suchen Weinhändler und Konsumenten nach Weinen, die sich preislich auf einem akzeptablen Niveau bewegen und einen „Namen“ haben, nachdem die Ersten Gewächse von der Nachfrage der Weinfonds und Superreichen dominiert werden.  Für das Jahr 2008 wird daher der Ausblick gegeben, dass die Kombination „Brand Name“/ Preis dominierend sein und somit auch qualitativ weniger gute Jahrgänge in den Focus der Weinhändler/ Konsumenten gelangen können.

Ausblick 2008

Januar 7, 2008

Über den Umweg des Planet Bordeaux bin ich auf die Seite des bekannten Schweizer Weinexperten René Gabriel aufmerksam geworden, der auf seinen Seiten einen persönlichen Ausblick auf das Weininvestment- Jahr 2008 gibt.

Die grössten Wertsteigerungen sind auf den Jahrgängen 1989, 1995, 1996 (nur Médoc) und 1998 zu erwarten. Die neuen Jahrgänge, die viel teurer lanciert wurden festigen sich und ziehen ebenfalls nochmals an. Aber prozentual nicht so viel wie die erstgenannten, die im direkten Vergleich folgende zwei Vorteile haben: a.) bald reif und b.) günstiger als 2000, 2003, 2005! Im Schlepptau werden auch die Super-Seconds und alle anderen bekannten Etiketten nachziehen und sich auf dem Niveau Premier-Grand-Cru-früher etablieren. Die Verfügbarkeiten aller Premiumweine sinken weiter für den europäischen Weinliebhaber. Grund: Die erklärbare geografische Nachfrage der neuen Märkte, der Spekulanten, neuer, seriöser Sammler und einer völlig neuen Spezies: die «Villa-Wein-Exhibitionisten». Das sind jene bei denen der Bau des wunderschönen, neuen Weinkellers gleich viel kostet wie dessen Inhalt

Eine nachvollziehbare Einschätzung, die ich als Anlass nehmen werde, bei der Liv-Ex eine Funktion auszuprobieren, die sich „Fantasy Cellar“ nennt. Man könnte dies mit einem fiktiven Aktiendepot vergleichen. Zu diesem Zweck werde ich demnächst einige Weine aus den Jahrgängen 1989, 1995, 1996, 1998 auswählen und sie mir in meinen „Fantasie-Keller“  packen. Dort kann man dann die Performance und weitere Kennzahlen regelmäßig verfolgen. Über die Auswahl der Weine sowie deren weitere Entwicklung werde ich hier im Blog berichten.