Der internationale Markt für hochwertige Weine ist extrem vom Prinzip Angebot und Nachfrage geprägt. Das Angebot ist im (Bordeaux) Premium-Bereich nicht weiter ausbaubar und somit klar begrenzt. Die Nachfrageseite befindet sich in den letzten Jahren dagegen zunehmend im Umbruch und ein Ende ist nicht abzusehen. Neben den etablierten Weinfonds gibt es zunehmend Neugründungen in diesem speziellen Bereich. Zudem bleibt die Nachfrage aus Russland und China auf konstant hohen Niveau. Diese erwerben die Weine größtenteils zum effektiven Konusm und nicht als Investmentobjekt, was einer potentiellen Spekulationsblase entgegenwirkt. Eine immer wichtigere Rolle im internationen Weinmarkt spielt Hongkong. Im August wird dort die erste International Wine Expo stattfinden und professionelle Lagerungsmöglichkeiten/ Lagerhäuser werden entwickelt bzw. realisiert. Im Februar wurden die Zölle und Steuern auf Wein erlassen, was dazu führte, dass sich internationale Weinhändler einer extrem großen Nachfrage erfreuen durften. Fakt ist, dass die Nachfrageseite in den letzten Jahren auf ein bedeutend größeres, internationales Fundament gestellt wurde und dieser Prozess noch nicht beendet ist. Diese Entwicklung spricht klar gegen fallende Preise im Bereich des „Fine Wine“.

Ausblick 2008

Januar 7, 2008

Über den Umweg des Planet Bordeaux bin ich auf die Seite des bekannten Schweizer Weinexperten René Gabriel aufmerksam geworden, der auf seinen Seiten einen persönlichen Ausblick auf das Weininvestment- Jahr 2008 gibt.

Die grössten Wertsteigerungen sind auf den Jahrgängen 1989, 1995, 1996 (nur Médoc) und 1998 zu erwarten. Die neuen Jahrgänge, die viel teurer lanciert wurden festigen sich und ziehen ebenfalls nochmals an. Aber prozentual nicht so viel wie die erstgenannten, die im direkten Vergleich folgende zwei Vorteile haben: a.) bald reif und b.) günstiger als 2000, 2003, 2005! Im Schlepptau werden auch die Super-Seconds und alle anderen bekannten Etiketten nachziehen und sich auf dem Niveau Premier-Grand-Cru-früher etablieren. Die Verfügbarkeiten aller Premiumweine sinken weiter für den europäischen Weinliebhaber. Grund: Die erklärbare geografische Nachfrage der neuen Märkte, der Spekulanten, neuer, seriöser Sammler und einer völlig neuen Spezies: die «Villa-Wein-Exhibitionisten». Das sind jene bei denen der Bau des wunderschönen, neuen Weinkellers gleich viel kostet wie dessen Inhalt

Eine nachvollziehbare Einschätzung, die ich als Anlass nehmen werde, bei der Liv-Ex eine Funktion auszuprobieren, die sich „Fantasy Cellar“ nennt. Man könnte dies mit einem fiktiven Aktiendepot vergleichen. Zu diesem Zweck werde ich demnächst einige Weine aus den Jahrgängen 1989, 1995, 1996, 1998 auswählen und sie mir in meinen „Fantasie-Keller“  packen. Dort kann man dann die Performance und weitere Kennzahlen regelmäßig verfolgen. Über die Auswahl der Weine sowie deren weitere Entwicklung werde ich hier im Blog berichten.

Eines garantiert der Weinmarkt auf jeden Fall: keine Langeweile !

Derzeit verschnauft der Markt auf hohem Niveau, was sicherlich  mehr als überfällig war. Dabei hält sich die Korrektur des Liv- Ex 100 durchaus in Grenzen. Das Handelsvolumen an der Weinbörse war in den letzten Monaten hoch, was als positives Signal für eine Stabilisierung anzusehen ist. Denn das Angebot an Weinen traf auf etwas niedrigeren Niveau auf entsprechende Nachfrage. Kenner der Szene beobachteten dabei, dass diese Nachfrage nicht in erster Linie von neuen Investoren, sondern von „trinkwilligen“ Konsumenten geprägt war. Dies kann als gutes Zeichen bewertet werden, da diese Weine in absehbarer Zeit effektiv getrunken werden und das Angebot somit weiter verknappt wird.  Schaut man sich die zunehmende Zahl an kaufkräftigen Kunden und deren Vorlieben an (interessant hierzu „World Wealth Report“ von Merrill Lynch), ist ein Sell-Off am Weinmarkt grundsätzlich nicht zu erwarten. Aus informierten Kreisen ist zudem zu hören, dass weitere Weinfonds in Planung sind, da sich zunehmend auch institutionelle Kunden für das Weininvestment im Rahmen der Asset Allocation interessieren. Dieses Volumen wird  nicht unerheblich sein und eine Schwäche des Marktes vermutlich als Einstiegsgelegenheit angesehen.

Das kommende Jahr wird sicherlich spannend. Zum einen die  schwierige en primeur Kampagne für den 2007´er Bordeaux- Jahrgang, zum anderen das Re-Rating und die effektive Auslieferung des sensationellen 2005´er Jahrganges.

Im Rahmen der Roadshow der „Union des Grandes Crus 2005“ zeichnet sich ab, dass man sich einige Weine  (abgesehen der Premier Crus, die an dieser Veranstaltung nicht teilnehmen und sowieso unerschwinglich sind)  bereits vormerken sollte: Leoville Poyferré, Leoville Barton und Pichon Baron. Beychevelle und Duhart Milon erfreuen sich zunehmend der Nachfrage aus China. Im Vorfeld der Neuverkostung durch Parker im 1. Quartal 2008 gibt es bei diesen Weinen sicherlich einiges an Spekulationspotential !

Marketwatch

Oktober 2, 2007

Schaut man sich die momentane Preisentwicklung bei diversen Weinen an der Liv- Ex an, so sieht man,  dass die Preise zum Teil erheblich unter Druck geraten. Anscheinend wirkt sich die Subprime-Krise nun auch auf dem Weinmarkt aus. Persönlich könnte ich mir vorstellen, dass die größeren Weinfonds zum letzten Quartalsende einige Abflüsse zu verzeichnen hatten. Kündigungen sind meistens nur zum Quartalsende möglich, also Ende September. Die Auszahlungen erfolgen dann bis zu einem vorher festgelegten Zeitrahmen. Um diesen Folge leisten zu können, werden dann sukzessive Bestände aktiv abgebaut. „Aktiv“ bedeutet in diesem Fall, dass die Geldseiten bedient werden, was dann bei einem entsprechend großen Spread auch mal zu einem ordentlichen Minus bei den einzelnen Weinen führen kann.

Nachfrage und kein Ende ?

September 4, 2007

Schaut man sich die derzeitige Berichterstattung über den Markt für hochwertigen Wein in der internationalen Presse an, so kann man davon ausgehen, dass die Preise keinen großen Rücksetzer zu befürchten haben. Die Nachfrage von Hedgefonds Managern aus London und New York kennt anscheindend immer noch keine Grenzen. Wurden Wein-keller früher innerhalb einiger Jahre Flasche für Flasche aufgebaut, möchten die derzeitigen Käufer ihren Weinkeller von heute auf morgen möglichst hochwertig bestückt haben. Geld spielt dabei keine Rolle. Eine ähnliche Situation findet man in Korea, Japan und insbesondere China vor, wo hochwertiger Wein mittlerweile das Status-Symbol schlechthin ist. Seit Juli soll in London zudem ein neuer Weinfonds aufgelegt worden sein, der die Nachfrage zusätzlich beflügeln dürfte. Über das Volumen habe ich bislang keine genauen Angaben gefunden. Es bleibt sicherlich spannend, diese gesamte Entwicklung genau zu verfolgen……

Für viele Experten besteht ein Zusammenhang zwischen dem Kunst- und dem Weinmarkt. Ohne an dieser Stelle auf die interessante Diskussion eingehen zu wollen, ist mir heute ein Artikel in der Financial Times Deutschland aufgefallen. Die Überschrift lautet „Kreditkrise setzt Kunstaktien zu“ und es geht u.a. um den Kurseinbruch von Kunstaktien (z.B. dem Auktionshaus Sotheby´s) in den letzten Wochen. Die Anleger haben Angst, dass  viele Investoren und Hedgefondmanager ihre Aktivitäten auf dem Kunstmarkt zurückfahren müssen, da sie in den letzten Wochen erhebliche finanzielle Einbußen zu verzeichnen hatten. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Party in diesem Sektor zunächst einmal beendet ist. Wenn man von einer Beziehung zwischen dem Kunst- und dem Weinmarkt ausgeht, kann  die Frage daher nicht weit sein, wie sich die Situation in naher Zukunft am Weinmarkt gestalten wird…… Den kompletten Artikel findet man hier: http://www.ftd.de/boersen_maerkte/geldanlage/:Portfolio%20Kreditkrise%20Kunstaktien/242901.html

Und einen Artikel zu dem Thema Wein- und Kunstmarkt findet man demnächst bei WeInvestment.

In der Finanzwelt gibt es derzeit nur ein Thema: die Subprime- Krise und deren Auswirkung auf die internationalen Märkte. Dabei wurde den Anlegern sehr anschaulich vor Augen geführt, wie verzahnt die Finanzmärkte mittlerweile sind. Eine Hypothekenkrise in den U.S.A. führt zu weltweiten Kursturbulenzen. Selbst wenn man sein Portfolio auf Basis der Asset-Allocation-Theorie aufgebaut hat, wurde es in Mitleidenschaft gezogen. Der Markt für hochwertigen Wein zeigt sich derzeit jedoch  unbeeindruckt von dieser Situation. Zumindest im Augenblick. Erst im September werden die meisten wichtigen Akteure wieder aktiv am Geschehen teilnehmen. Und die Big Player- große Fonds mit einem Volumen weit über 50 Millionen Dollar, räumen ihren Anlegern quartalsweise ein Kündigungsrecht ein. Die Auszahlung erfolgt dann einige Monate später und in dieser Zeit werden dann diverse Bestände verkauft, um den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Keiner kann beurteilen, ob und in welcher Höhe die Fonds Abflüsse zu verzeichnen haben. Aber selbst wenn Kunden ihr Geld abziehen sollten, steht frisches Geld von neuaufgelegten Fonds zur Verfügung sowie das Weihnachtsgeschäft vor der Tür. Diese Faktoren sollten das unter Umständen auf den Markt kommende Angebot  absorbieren, so dass meiner Meinung nach kein lang andauernder Preisrückgang zu befürchten ist. Kurzfristig könnte der Markt aber durchaus unter Druck geraten, was aber eine gesunde Korrektur darstellen würde.

Die derzeitige Lage an den Aktienmärkten ist von großer Volatilität geprägt. Die Immobilienkrise in den U.S.A. wirkt sich auf die internationalen Finanzmärkte aus, die Unsicherheit bei den Anlegern wird zunehmend größer. In dieser Phase kann sich der Markt für hochwertigen Wein nun beweisen und es wird interessant sein,  zu beobachten, wie der Weinmarkt auf die Vorgaben in den letzten Tagen reagiert. Grundsätzlich zeichnet sich der Weinmarkt durch eine geringe Korrelation zu anderen Finanzmärkten aus und die Nachfrage von sehr zahlungskräftigen Kunden und Weinfonds  nach „fine wine“ scheint ungebrochen. Auf der anderen Seite kann der Weinmarkt auf eine beeindruckende Performance im letzten Jahr zurückblicken, so dass einsetzende Gewinnmitnahmen nicht als unwahrscheinlich erscheinen. Sollte sich die Immobilienkrise in den U.S.A. nachhaltig auf die Wirtschaft auswirken, könnte dem Weinmarkt eine Bewährungsprobe bevorstehen.  Sollte die Krise nur von kurzfristiger Natur sein, wird dies mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Auswirkungen mit sich ziehen. Es könnte lohnenswert sein, sich die Entwicklung in der Zukunft einmal genauer anzuschauen. WeInvestment wird dies auf jeden Fall im Blick haben…..

Marketwatch 30.07.2007

Juli 30, 2007

Freundlicherweise wurde ich heute vom http://drinktank.blogg.de/ auf eine Meldung aufmerksam gemacht, die wieder einmal zeigt, dass sich der Weinmarkt zunehmend organisiert und zum Teil börsenähnliche Strukturen annimt:

So plant Oscar Foulkes vom bekannten südafrikanischen „Cloof Wine Estate“ einen Future auf den „Crucible“- Wein  an der Chicago Futures Exchange einzuführen. Weitere Infos gibt es hier: http://www.businessday.co.za/articles/companies.aspx?ID=BD4A522640