Der April an der Liv-Ex war durch ein sehr hohes Handelesvolumen geprägt. Viele Marktteilnehmer bauten im Vorfeld des mit Spannung erwarteten In-Bottle-Reports von Robert Parker entsprechende Positionen auf. Im Bordeaux-Segment konzentrierte sich der Handel daher auf die Jahrgänge 2005 (in Erwartung des In-Bottle-Reports) und 1996 (attraktive Bewertung in Relation zu Vergleichsjahrgängen). Der Liv- Ex 100 beendete den Monat mit einem Plus von 1.5% und damit einem neuen Rekordhoch. Die größten Gewinne konnten einige Weine aus dem 2005´er Jahrgang verzeichen. Zum Beispiel Troplong Mondot +20.1% oder Leoville Barton +13.1%.

Im April hat die Liv-Ex zudem eine interessante Befragung unter ihren Handelsteilnehmern durchgeführt. Thema dabei war die Einschätzung des Jahrgangs 2007 nach der ersten Verkostung in Bordeaux. Der Jahrgang wird von den Marktteilnehmer sehr kritisch eingeschätzt. Positiv hervorgehoben wurden Ausone, Mouton Rothschild und Leoville Barton, negativ überrascht zeigte man sich u.a. von Lafite Rothschild. Insgesamt ergab sich bei der Befragung für den Jahrgang ein bescheidener Durchschnitt von 88 Punkten. Diese Einschätzung wird durch die erste Bewertung von Robert Parker untermauert.

Weitere Informationen folgen in Kürze.

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Ähnlich wie die Finanz- und Devisenmärkte der Veröffentlichung von wichtigen Arbeitsmarktdaten oder Zinsentscheidungen entgegenfiebern, wartet der Weinmarkt mit Hochspannung auf die Bewertungen von „Kritikerpapst“ Robert Parker. Mit der Veröffentlichung wird eigentlich stündlich gerechnet. Neben seiner Beurteilung für den 2007´er Jahrgang steht zweifelsohne der In-Bottle-Report  des jetzt schon legendären 2005´er Jahrgangs im Vordergrund.  Einige Weine hatten in letzter Zeit bereits eine schwindelerregende Performance aufzuweisen und es bleibt abzuwarten, was durch diese Preisschübe bereits an Spekulation vorweggenommen wurde. Gleichzeitig stellt sich natürlich die Frage, wie der Markt bei einzelnen Weinen auf stagnierende oder schlechtere Ratings reagiert.

Bordeaux 2007 Update

April 23, 2008

Wie im Decanter nachzulesen ist, haben weitere Chateaux in Bordeaux ihre Preise für den 2007´er Jahrgang veröffentlicht. Chateau d´Arche liegt preislich genau (16.85 Euro) und Chateau Filhot nur unwesentlich unter dem Niveau vom letzten Jahr. Die meisten Chateaux warten mit der Veröffentlichung ihrer Taxe jedoch zunächst  die Bewertungen von Robert Parker ab, welche gegen Ende April zu erwarten sind.

Im Januar konnte der Liv- Ex 1oo ein kleines Plus von 0.4 Prozent verzeichnen. Das größte Volumen konnte dabei in den jungen Bordeaux-Jahrgängen (2006,2005,2004)verzeichnet werden und hier speziell bei „relativ günstigen“ Weinen von namhaften bzw. derzeit angesagten Chateaux (u.a. Pichon Lalande, Ducru Beaucaillou, Pontet Canet). Hier setzt sich ein Trend aus dem vergangenen Jahr fort: Zunehmende Focussierung auf den „Brandname“, während Kritikerbewertungen weniger Beachtung geschenkt wird. Wenn Weine einen „Namen“ haben werden sie gekauft, auch wenn einzelne Jahrgänge dabei schwächer ausfallen. Entscheidend für die neuen Käufer ist das was auf der Flasche steht und nicht, was sich darin befindet. Diese Entwicklung zeichnete sich bereits im letzten Jahr ab und scheint sich dieses Jahr fortzusetzen- sicherlich in diversen Hinsichten nicht ganz unbedenklich.

Bei den ersten Gewächsen spielte sich das meiste Geschehen beim 2005´er Jahrgang ab, da hierzu in Kürze neue Bewertungen vom Wine Spectator und Robert Parker erwartet werden.

Carruades de Lafite ist mit einem Plus von 27.9 Prozent einmal mehr unter den Topperformern des Monats zu finden. Die Nachfrage aus China scheint kein Ende zu finden……..  In der Gewinnerliste sind mit dem Krug 1985 (+ 20.6 Prozent) und dem Dom Perignon 1990 (+9.1 Prozent) auch zwei Champagner zu finden. Letzterer scheint zunehmend auch von Investoren entdeckt zu werden und konnte im abgelaufenen Monat immerhin einen Anteil von 0.9 Prozent am Gesamtvolumen verzeichnen, was für einen Januar – nach dem traditionell sehr starken Weihnachtsgeschäft- nicht schlecht ist.

Im Januar erfolgte eine Anpassung des Liv- Ex 100. In erster Linie betraf dies die Weine des Jahrganges 1982, die ihrem Alter Tribut zollen mußten und aus dem Index genommen wurden. Die Kriterien der Liv- Ex besagen, dass im Index kein Wein enthalten sein darf, der älter als 25 Jahre ist. 

Bei der Person von Robert Parker gehen die Meinungen in der Weinwelt weit auseinander.  Brisanz erhält die Diskussion nun durch ein in Frankreich neu veröffentlichtes Buch, was eine ehemalige Mitarbeiterin von Parker geschrieben hat. Eine sehr gute Zusammenfassung der Vorwürfe sowie deren realistische Einschätzung findet man auf den Seiten des Drink Tank. Absolut lesenswerte Artikel !